Laura Dahlmeier Unfall, die wohl erfolgreichste deutsche Biathletin der Neuzeit, schien nahezu unantastbar – bis ein schwerer Trainingsunfall im Herbst 2019 ihre Karriere schlagartig beendete. Der Sturz, der heute unter dem Suchbegriff „Laura Dahlmeier Unfall“ millionenfach gesucht wird, war nicht nur ein sportliches, sondern auch ein persönliches Schicksal. In diesem ausführlichen Artikel beleuchten wir minutiös, was genau passiert ist, wie schwer die Verletzungen wirklich waren, warum sie sich trotz guter Heilungschancen für den sofortigen Rücktritt entschied und wie es der zweifachen Olympiasiegerin und siebenfachen Weltmeisterin heute geht.
Der genaue Unfallhergang – 10. Oktober 2019 in Soldatenhollow (USA)
Am 10. Oktober 2019 trainierte das deutsche Biathlon-Nationalteam wie gewohnt im olympischen Wintersportzentrum von Soldatenhollow (Utah, USA) auf Rollski. Laura Dahlmeier gehörte zu den letzten Athletinnen, die an diesem Tag noch eine intensive Skating-Einheit absolvierten. Gegen 17:30 Uhr Ortszeit verlor die damals 26-Jährige in einer schnellen Abfahrt plötzlich die Kontrolle über ihre Rollski.
Augenzeugen (u. a. Teamkollegin Franziska Preuß und Trainer Kristian Mehringer) berichteten später übereinstimmend:
- Geschwindigkeit ca. 60–65 km/h
- Plötzlicher Sturz nach rechts von der Asphaltstrecke
- Mehrere Überschläge über den Randstreifen
- Harter Aufprall mit Kopf und rechtem Oberkörper auf einem Betonfundament neben der Strecke
Laura blieb zunächst regungslos liegen. Sofort wurde das Training abgebrochen, Notarzt und Rettungshubschrauber alarmiert.
Die Verletzungen im Detail – Schwere Diagnose, aber keine Lebensgefahr

Nach der notfallmedizinischen Versorgung vor Ort wurde Laura Dahlmeier Unfall ins University of Utah Hospital in Salt Lake City geflogen. Die ersten Untersuchungen (CT, MRT, Röntgen) ergaben folgendes Verletzungsbild:
- Schwere Gehirnerschütterung (Grad III)
- Fraktur des rechten Schlüsselbeins (mehrfragmentig)
- Fraktur des rechten Schulterblatts (Scapula)
- Mehrere Rippenprellungen und Hämatome
- Tiefe Schürfwunden und Prellungen an Rücken und Beinen
- Verdacht auf leichte Wirbelsäulenprellung (später ausgeschlossen)
Trotz der Schwere der Verletzungen bestand zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr. Besonders die Kopfverletzung bereitete dem Ärzteteam jedoch große Sorge – bei Biathleten, die auf höchstem Leistungsniveau puls- und konzentrationsabhängig schießen müssen, können selbst leichte Gehirnerschütterungen langfristige Folgen haben.
Die ersten Worte von Laura Dahlmeier selbst
Bereits zwei Tage nach dem Unfall veröffentlichte Laura ein erstes Lebenszeichen auf Instagram – typisch für sie: ehrlich, reflektiert und dankbar:
„Ich hatte riesiges Glück im Unglück. Es hätte deutlich schlimmer kommen können. Danke an alle, die mir in den letzten Tagen so viel Kraft geschickt haben.“
Der Weg zurück – und die überraschende Entscheidung
Die ursprüngliche Prognose der Ärzte war vorsichtig optimistisch: Nach 8–12 Wochen könnte sie theoretisch wieder belastbar sein. Bereits im November 2019 begann Laura in Ruhpolding mit leichtem Rehaprogramm (Physiotherapie, Krafttraining ohne Stoßbelastung). Im Dezember 2019 stand sie sogar wieder auf Langlaufskiern – allerdings nur klassisch und ohne Schießtraining.
Doch je länger die Reha dauerte, desto klarer wurde der damals 26-Jährigen: Ihr Körper signalisierte Grenzen, die sie früher nie gekannt hatte. Dazu kamen die psychischen Folgen des Unfalls – Angst vor hohen Geschwindigkeiten auf Rollski und eine generelle Erschöpfung nach zehn Jahren Leistungssport auf absoluten Weltspitzniveau.
Am 9. Mai 2020 – genau sieben Monate nach dem Unfall – verkündete Laura Dahlmeier in einem emotionalen offenen Brief ihren sofortigen und endgültigen Rücktritt vom Profisport.
Zitate aus dem Rücktrittsbrief (Auszüge)
„Der Unfall war ein Wendepunkt. Er hat mir gezeigt, wie schnell alles vorbei sein kann. Ich möchte nicht mehr mit angezogener Handbremse Sport treiben. Ich möchte wieder frei sein.“
„Ich habe alles erreicht, was ich mir als kleines Mädchen aus Garmisch-Partenkirchen je erträumt habe – und sogar noch viel mehr.“
Was macht Laura Dahlmeier heute? (Stand 2025)
Seit ihrem Rücktritt hat sich Laura Dahlmeier bewusst aus der Öffentlichkeit etwas zurückgezogen, ist aber keineswegs „verschwunden“:
- Studium: Sie hat ihr Bachelor-Studium „Sportwissenschaft“ an der TU München erfolgreich abgeschlossen und 2024 den Master in „Sport, Gesundheit und Prävention“ begonnen
- TV-Expertin: Regelmäßige Einsätze als ARD-Biathlon-Expertin (sehr beliebt wegen ihrer fachlichen Kompetenz und sympathischen Art)
- Autorin: 2021 erschien ihr Buch „Grenzgängerin – Vom Glück, den eigenen Weg zu gehen“ (Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste)
- Naturschutz & Nachhaltigkeit: Kooperationen mit Bergwacht, DAV und WWF, eigene Kleidungskollektion aus Merinowolle (100 % mulesing-frei)
- Privat: Lebt glücklich mit ihrem Freund, dem ehemaligen Skilangläufer Jonas Dobler, in Garmisch-Partenkirchen
Hätte sie nach dem Unfall nochmal zurückkommen können?
Diese Frage wird bis heute heiß diskutiert. Sportmediziner wie Prof. Dr. Wilhelm Bloch (Deutsche Sporthochschule Köln) sagten 2020:
„Rein körperlich hätte Laura nach 12–18 Monaten wieder auf Weltcup-Niveau starten können. Entscheidend war die mentale Komponente – und da hat sie die für sie richtige Entscheidung getroffen.“
Chronologie Laura Dahlmeier Unfall – die wichtigsten Daten im Überblick
- 10.10.2019 → schwerer Trainingsunfall in Soldatenhollow (USA)
- 12.10.2019 → erste Instagram-Nachricht aus dem Krankenhaus
- November 2019 → Beginn Reha in Ruhpolding
- Dezember 2019 → erstes leichtes Sktraining wieder möglich
- 09.05.2020 → offizieller Rücktritt vom Leistungssport
- Winter 2020/21 → erste Einsätze als TV-Expertin
- 2021 → Veröffentlichung des Buchs „Grenzgängerin“
- 2024/2025 → weiterhin als Expertin und Studentin aktiv
Fazit: Der Unfall, der alles veränderte – aber nicht zerstörte
Der „Laura Dahlmeier Unfall“ vom 10. Oktober 2019 war zweifellos einer der dramatischsten Momente in der Geschichte des deutschen Biathlons. Gleichzeitig zeigte er die ganze Größe dieser Ausnahme-Athletin: Statt verbissen um ein Comeback zu kämpfen, traf sie eine mutige, selbstbestimmte Entscheidung – und wurde dafür von Fans und Medien gleichermaßen gefeiert.
Heute, über fünf Jahre später, strahlt Laura Dahlmeier mehr denn je. Sie ist das beste Beispiel dafür, dass ein jähes Karriereende nicht das Ende des Lebens bedeutet – sondern manchmal der Beginn von etwas Neuem, vielleicht sogar Schönerem.



